BUND Kreisverband Schmalkalden-Meiningen

Chance für ein zukunftsfähiges Modellprojekt in der Rhön?

03. Februar 2015 | Lebensräume, Naturschutz

Die deutliche Mehrheit der Bürger im Landkreis Schmalkalden-Meiningen hatte sich beim Bürgerentscheid im Herbst des vergangenen Jahres gegen das „Turmprojekt“ auf der Hohen Geba ausgesprochen. Kritisch betrachtete man die Planung, weil sie auf Massentourismus ausgerichtet war und die Architektur keiner nachhaltigen Bauweise entsprach. Vielen Bürgern war es unverständlich, warum Alternativen nicht zur Diskussion standen, das 14-Millionen-Projekt ohne Wettbewerbsverfahren und Bürgerdialog umgesetzt werden sollte.

Gabriele Bruchlos, einst Mitinitiatorin des Bürgerbegehrens, wünscht sich nun ein  umweltfreundliches Tourismuskonzept für die Geba und ihre umliegenden Dörfer. So sehen es auch Bürger aus Stepfershausen, Geba, Bettenhausen, Helmershausen und Mehmels, die sich nunmehr zu einem Bürgerforum „Zukunft Hohe Geba“ zusammengeschlossen haben. „Dies sind Mitstreiter aus der ehemaligen Bürgerinitiative, die sich für die touristische Entwicklung ihrer Heimat gern mit einbringen möchten und nun in den gemeinsamen Dialog treten wollen.“ erläutert Gabriele Bruchlos. Über die Bereitschaft des Bürgerforums zur Mitarbeit informierten Jörg Herklotz und Gabriele Bruchlos den Bürgermeister der Einheitsgemeinde Rhönblick, Christoph Friedrich, vor wenigen Tagen.

Am Bürgermeister-Gespräch nahm auch Birgit Henkel als Vertreterin des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.) teil. Sie verwies aus heutiger Sicht auf die einmalige Chance, gemeinsam im sachorientierten Dialog zunächst Ziele und Kriterien für eine Tourismusentwicklung auf der Geba zu finden, die sich dann im Dialog der Ideen und dem so gefundenen und dann von allen getragenen Projekt wiederfinden. „Dies hätte viele Vorteile.“, führt die Vertreterin des Umweltverbandes weiter an. „Ein gemeinsam erarbeitetes Projekt wird in der Bevölkerung, in der Region und darüber hinaus eine höhere Akzeptanz finden. Dies würde die Realisierung wesentlich erleichtern oder überhaupt erst möglich machen.“

Das Interesse der Internationalen Bauausstellung Thüringen (IBA) für die Rhön ist geweckt. „Die IBA wäre bereit“, so die Aussage ihrer Geschäftsführerin Frau Dr. Doehler-Behzadi, „einen gemeinsamen Gestaltungsprozess zu begleiten, wenn dieser von den Bürgermeistern gewünscht und von allen Akteuren vor Ort getragen wird. Ein zukunftsfähiges Tourismusprojekt auf der Hohen Geba sollte diesen wunderbaren Landschaftsraum bereichern und höchsten gestalterischen Ansprüchen genügen. Dazu muss man sich verständigen, von der Zielbestimmung über die Ausschreibung eines internationalen Wettbewerbs bis zur Projektrealisierung.“

„Schon diese Phase solch einer Projektentwicklung würde große Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit finden und wäre eine gute Werbeplattform für die Hohe Geba.“, ist Birgit Henkel überzeugt. Dies würde bedeuten, dass die Rhön im internationalen Fokus stünde – ein Vorteil auch für die zukünftig notwendige Fördermittelakquise.

Ulrich Töpfer, stellvertretender Bürgermeister von Meiningen und GRÜNEN-Fraktionsvorsitzender im Kreistag, unterstützt die Initiativen des BUND und des Bürgerforums. Ein Tourismuskonzept für ein einzigartiges Großschutzgebiet wie dem Biosphärenreservat Rhön muss aus Töpfers Sicht heute durch Nachhaltigkeit bestimmt sein.
Abschließend bemerkt der GRÜNEN-Politiker: „Uns allen, ob Turmbefürworter oder –gegner ist etwas gemeinsam - dass in der thüringischen Rhön touristisch etwas beispielhaftes entstehen soll. Die Bürger haben sich ein demokratisches Mitspracherecht erworben und nur ein gemeinsamer, transparenter Gestaltungsprozess kann zielführend sein.“

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